Algen - eine Plage oder nützlich?

 

Die helle Jahreszeit lässt Algen sprießen

Gerade im Frühjahr und im Sommer wächst, sprießt und grünt es in jedem Winkel.
Die Tage werden länger und wir befinden uns in der hellsten Zeit des Jahres.

Das Licht regt sowohl die Verarbeitung von Nährstoffen, als auch die Photosynthese in den Pflanzen an. Aber in dieser hellen Jahreszeit gedeihen nicht nur Büsche, Sträucher und Blumen prächtig - auch Algen wachsen wie wild.


Algen brauchen Wasser, Sonnenlicht und Nahrung um zu überleben. Wo genügend Sonne und Wasser zur Verfügung steht, siedeln sie sich an und wachsen, in Wasserfiltern, Aquarien, Pools, Blumenvasen einfach überall, wo Wasser und eine hohe Lux Zahl zusammenkommen.

        


Dann entsteht ein Algenbelag. Die meisten Algen sind gesundheitlich völlig unbedenklich aber nicht sonderlich appetitlich. Das Wasser schmeckt erst noch ganz normal, trotz grünem Belag, aber mit der Zeit schmeckt es erdig, algig, wenn zu viele Algen im Wasser sind. Sobald den Algen das Sonnenlicht entzogen wird, haben sie keine Grundlage mehr zum Wachsen und stellen das Wachstum ein.



Rote Algen am Wasserhahn?

Am Wasserhahn können sich auch die sogenannten Haematococcus pluvialis sammeln, die immer erscheinen wo es abwechselnd nass und trocken wird. Etwa an Wasserhähnen, Waschbecken und Trinkwasser-Behältern, die mehrmals täglich nass werden, aber auch stundenlang trocken liegen.

Es entsteht ein roter Belag, der aus dem Antioxidans Astaxanthin besteht. Dieser Stoff wird nur erzeugt, wenn die Oberfläche nass und danach trocken wird. Dieser Belag ist nicht nur unbedenklich, sondern auch gesund. Es ist ein mächtiges Antioxidans, das als Nahrungsergänzung angeboten wird. Es ist vermutlich sogar besser als das Coenzym Q10.
Dies kann jedoch sehr einfach vermieden werden, indem man den Wasserhahn regelmäßig saubermacht.

Wir kommen tagtäglich mit Algen in Kontakt. Vielerorts, vor allem in der Nähe von Seen, Bächen,Teichen oder Weihern sind Algensporen ganz natürlich und reichlich in der Luft vorhanden.

                                          

Vor allem der Kontakt mit Tageslicht lässt sie gedeihen. Will man die Algenbildung vermeiden, Trinkbehälter, Tonnen und andere Trinkwasserspeicher einfach an einem dunklen Ort deponieren, in den Schrank stellen oder einfach mit einer Abdeckung vor Licht schützen.

 


Wir essen Algen, schmieren uns damit ein

                      und verwenden sie sogar als Brennstoff



Etwa 10 Millionen Tonnen Meeresalgen kommen pro Jahr für unterschiedliche Anwendungen und Erzeugnisse zum Einsatz. Etwa in der Kosmetik, Medizin und Pharmazie. Allein 500 Algensorten werden weltweit als Nahrungsmittel verspeist. Nori, Wakame, Dulse und viele mehr.


    


Manche Algen sind sehr nahrhaft und daher werden sie als Nahrungsmittel in Asien verzehrt.
Sie besitzen einen hohen Anteil an Mineralstoffen, Spurenelemente und Kohlenhydraten. Bestimmte Algen lassen sich auch in Brennstoff (Biodiesel) umwandeln und dienen dementsprechend auch als Energiequelle.

 

                                                          

Vielerorts züchten Menschen Algen in spezifischen Anlagen: Chlorella, Spirulina und Co.
Sie gelten als Nahrungsmittel der Zukunft. Durch die zunehmende Weltbevölkerung müssen wir uns nach alternativen Nahrungsquellen umsehen. Auch für eine schöne und reine Haut werden Algen eingesetzt.


   



Mit rund 60% Eiweißanteil, bietet die Alge, in dem Fall Chlorella, eine zukunftsträchtige Alternative zu Fleisch, Massentier- und Käfighaltung. Heilpraktiker und gesundheitsbewusste Menschen nehmen sie als potente Ergänzung zur Nahrung ein, um etwa Schwermetalle im Darm zu binden oder mit dem in Algen enthaltenen Chlorophyll sowie Carotinoide Ihrem Körper was Gutes zu tun.




Grüne, rote, blaue und goldene – So kunterbunt ist die Algenwelt

Algen werden in der Regel nach ihrer Farbe klassifiziert (dies ist allerdings nicht eindeutig; andere Faktoren werden auch berücksichtigt). Die
Farbe kann unterschiedlich sein, obwohl sie alle Chlorophyll enthalten, welches grün ist. Es gibt daher z.B. Grünalgen (Chlorophyll), Braunalgen (Phytophag), Gelbgrüne Algen (Xanthophyll), Goldalgen (Chrysoberyll), Rotalgen (Rhodopsin)

Die Farbe der Algen ist nicht nur vom Chlorophyll abhängig. Es hängt auch mit verschiedenen Pigmenten (i.d.R. Carotinoide) zusammen, wie z.B. Astxanthin bei der Grünalge Staphylococcus Pluralist, das rot ist.

Weltweit, so schätzt man, gibt es rund 400.000 Algenarten. Rund 80.000 davon sind offiziell bekannt bzw. genauer identifiziert. Die Lebewesen sind seit je her Teil unseres Ökosystems, interagieren mit uns und teilen den gleichen Lebensraum.

Die verschiedenen Algen, obwohl sie alle als Algen bezeichnet werden, sind nicht direkt miteinander verwandt (man sagt sie sind polyphyletisch). Normalerweise bewohnen sie das Meer oder das Süßwasser (sie können aber auch z.B. im Erdboden anwesend sein). Da sie keine Wurzeln haben, schweben sie auf der Wasseroberfläche. Algen verbreiten sich auch durch die Luft als Sporen. Diese Sporen können vom Wind weit weg von Gewässern transportiert werden.


 

Ohne Algen, bliebe uns die Luft weg

Algen helfen dabei, der Erderwärmung entgegenzuwirken, indem sie Kohlenmonoxid - zum Beispiel aus Autoabgasen - verspeisen. Die kleinen grünen Lebewesen nehmen CO2 auf und speichern es in organischem Material. Sie wandeln dabei dreimal mehr CO2 um, als Nutzpflanzen wie etwa Getreide, Kartoffeln und Obst.

Algen sind Lebewesen, die im Wasser leben und die Photosynthese betreiben. Sie sind mit den Pflanzen auf der Erde verwandt, sie besitzen jedoch keine Wurzeln oder Blätter. Sie können einzellig oder mehrzellig sein. Traditionell wurden die Cyanobakterien (auch als Blaualgen bekannt) als Algen eingestuft. Sie sind jedoch eigentlich Bakterien und daher werden sie in der Mikrobiologie studiert. Diese Blaualgen sind nur mit den Chloroplasten, wo die Photosynthese in Algen oder Pflanzen betrieben wird, verwandt.

 

                                                                                  


Algen produzieren aber auch tagtäglich den wichtigsten Nährstoff des Menschen: Sauerstoff. Beim nächsten Atemzug, einfach einmal bewusst vor Augen halten: Jedes zweite Sauerstoff Molekül, das sich in der Luft befindet und somit auch in unsere Lunge wandert, wurde von einer Alge hergestellt. Algen gedeihen besonders prächtig, wo es viel Licht gibt und feuchte und trockene Phasen sich abwechseln.





Algenblüte: Wenn Algen den Badebetrieb am See sabotieren

Von einer Algenblüte hört und liest man immer wieder mal im Radio, Fernsehen oder in der Zeitung. Ob in Badeseen, Teichen oder Ozeanen - wenn sich Blaualgen in einem Gewässer plötzlich schnell und stark vermehren, ist eine Algenblüte in vollem Gange.
                                                                           
Die Gewässer färben sich an der Wasseroberfläche grün oder blau und das Wasser wird trüb und grau. Blaualgen sind nicht unbedenklich. Strände und Badeseen müssen deswegen solange gesperrt bleiben, bis die Blüte vorüber ist.

Doch: Oft trägt der Mensch eine Mitschuld. Künstliche Dünger, Phosphat und Nitrat-Einsatz in der Landwirtschaft, führen zu einem Überangebot an Nährstoffen in den Gewässern wie Flüssen, Bächen und Seen. Wo es zur Blaualgen-Epidemie in Süßwassergewässern kommt, laufen oft auch Bäche zu, die sich vorher durch Wiesen und Felder geschlungen haben und das Wasser dementsprechend mit üppigen Mengen an Nährstoffen angereichert ist.


                                  


Algen selber züchten: 2 Gläser, Wasser, Dünger und Licht


Wasser aus einem Teich oder Tümpel holen und zwei gleich große Gläser damit befüllen. In jedes Glas ebenso 1-2 Teelöffel Flüssigdünger mit hinein geben. Jetzt ein Glas ans Fenster, Richtung Süden, stellen. Das andere an einem dunklen Ort aufbewahren, etwa im Keller oder in der Speisekammer.

 5 – 14 Tage vergehen lassen. Auf der Fensterbank sollten sich inzwischen ordentlich Algen im Wasser befinden. Dann das abgedunkelte Glas hervor holen und daneben stellen :)

So können Sie ganz leicht den Effekt von Licht bzw. Photosynthese ganz praktisch beobachten.
Trifft Licht auf Algensporen, floriert es und die Algen werden regelrecht zum Leben erweckt.

Was Sie brauchen:

  • 2 Gläser mit Schraubverschluss,
  • Wasser aus einem Teich oder einem Tümpel
  • 2-4 ml Flüssigdünger ( Pflanzendünger)




 

Quellen:

https://www.geo.de/natur/oekologie/4203-rtkl-algen-was-sie-ueber-algen-wissen-sollten

https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/algen/2029

https://de.wikipedia.org/wiki/Algenbl%C3%BCte

https://agrarinfo.ch/algen/








 

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