Pestizide

 


Pestizide im Trinkwasser
Pestizide sind chemische Verbindungen, deren Zweck es ist Lebewesen zu beseitigen, zu beschädigen, zu kontrollieren oder zu töten, die sogenannten „Schädlinge“ (auf englisch: „pests“).
Sie werden hauptsächlich in der Landwirtschaft eingesetzt, um die Ernten zu schützen, aber auch in privaten Haushalten.







Pestizide sind Gifte
Im Gegensatz zu Medikamenten, deren Ziel es ist zu heilen, sind Pestizide als Gift entworfen. Ihre giftige Wirkung ist nicht selektiv, d.h. sie beschädigen nicht nur Schädlinge, sondern auch andere Ziele, wie z.B. die Menschen selbst.
Pestizide sind seit dem Altertum verwendet worden, da Schädlinge immer eine Bedrohung für die Menschen gewesen sind.
In modernen Zeiten sind sie synthetisch entwickelt worden und sahen, zumindest am Anfang, wie eine sehr gute Lösung gegen diese Bedrohungen aus.


 

Nobelpreis für Pestizid DDT

Das Insektizid DDT (Dichlorodiphenyltrichloroethan) war so gut angesehen, dass seinem Erfinder, Paul Müller,1948 der Nobelpreis für Chemie verliehen wurde.
Dieses Insektizid wurde zudem als Rettung gegen von Insekten verbreitete Krankheiten wie die Malaria oder das Gelbfieber betrachtet und trugen sehr zu ihrer Beseitigung bei.




Tierarten und der Mensch bedroht durch DDT
Die Veröffentlichung des Buches „Stummer Frühling“ (auf Englisch: Silent Spring) von Rachel Carson 1962, die die schädlichen Auswirkungen der Verwendung von Pestiziden anprangerte, erregte großes Aufsehen.
Anhand vieler Beispiele und wissenschaftlicher Berichte, die diese Auswirkungen nachweisen, zeigte sie, wie diese Stoffe die Umwelt und die menschliche Gesundheit bedrohen.

Viele Tierarten, nicht nur die gezielten Schädlinge, werden von einem Pestizid wie DDT bedroht.
Carson behandelt insbesondere Vögel (daher der Titel „Stummer Frühling“)
(in letzter Zeit könnten auch die Bienen als betroffene Art gezählt werden, die jedoch von anderen Insektiziden beeinträchtigt werden und die deshalb jetzt als gefährdete Art eingestuft worden sind). Das Buch war so erfolgreich, dass bald danach das DDT in den USA und Europa verboten wurde und die Umweltbewegung startete. 








Viele künstliche Pestizide wirken wie Hormone
Das Buch „Our Stolen Future“ (1996-unsere gestohlene Zukunft) von Theo Colborn prangerte ein weiteres Problem von manchen Pestiziden an.
Es wurde entdeckt, dass viele künstliche Stoffe wie Hormone wirken, die sogenannten „endokrine Disruptoren“, wie Bisphenol A, ein Weichmacher, der bei der Herstellung mehrerer Kunststoffe eingesetzt wird.

Diese Stoffe beeinträchtigen das normale hormonelle Gleichgewicht des Körpers, was zu Fruchtbarkeitsproblemen oder zum Krebs führen kann.
Es stellte sich heraus, dass viele Pestizide auch wie endokrine Disruptoren wirken, zum Beispiel viele Organochloride (z.B. DDT) und dementsprechend stellen sie ein weiteres Risiko für unsere Gesundheit dar. 




Die giftige Wirkung hängt von der Dosis ab
Ein Grundprinzip der Toxikologie ist es, dass die giftige Wirkung von der Dosis abhängt. Laut diesem Prinzip wirken Gifte in sehr niedrigen Dosen nicht toxisch.
Diese Idee kann jedoch missbraucht werden. Es mag nicht immer gelten, insbesondere wenn diese sehr niedrigen Dosen jahrelang aufgenommen werden, was passiert wenn z.B. Pestizide in unsere Lebensmittel oder das Trinkwasser gelangen?








2000 verschiedene Pestizide in Verwendung
Pestizide kommen in einer Vielfalt von Möglichkeiten vor. Es sind ca. 2.000 verschiedene Pestizide auf dem Markt vorhanden.
Jedes Pestizid hat eine spezifische Wirkung. Insektizide wirken gegen Insekten, Herbizide gegen Unkraut, Fungizide gegen Pilze, Rodentizide gegen Nagetiere, etc.
Sie unterscheiden sich auch durch ihre chemische Zusammensetzung und ihre Wirkungsweise, wie z.B. die Organochloride, die Chlor beinhalten, Orgaphosphate, die Phospor beinhalten, Carbamide, etc. 





Glyphosat, das meist verwendete Pestizid
Ein Herbizid, dass in letzter Zeit viele Proteste veranlasst hat, ist Glyphosat. Es ist heutzutage das meistverwendete Pestzid der Welt.
Es wird in den USA von der Firma Monsanto, als eine Mischung mit der Bezeichnung „Roundup“ kommerzialisiert. Viele Studien sagen, dass es nicht giftig für  Menschen ist.
Es wird behauptet, dass die giftige Wirkung nur aufgrund des Tensids Talgfettaminoxethylat (auf Englisch „Polyethoxylated tallow amine” - POEA), welches mit dem Glyphosat vermischt wird, auftritt.
Andere Studien, wie z.B eine, die in der Zeitschrift "Nature " veröffentlicht wurde, deuten darauf hin, dass Glyphosat selbst in niedrigen Dosen krebserregend für Menschen ist. 
Deswegen gibt es derzeit einen großen Streit zwischen den Umweltaktivisten und der Firma Monsanto, die Ersteren klagen die Zweiten an, dass sie die Wissenschaftler gekauft haben, die diese die toxische Wirkung verneinen. 




Krebserreger
Viele Pestizide sind tatsächlich als mögliche Krebserreger eingestuft worden.
Bauern, die in täglichen Kontakt mit den Pestiziden treten, sind besonders betroffen, da sie viel größere Dosen dieser Gifte aufnehmen.
In diesem Fall ist dieser Zusammenhang streng nachgewiesen worden. Die Langzeitwirkung niedriger Dosen vieler Pestizide hat sich auch als krebserregend erwiesen und ist  ein Anlass zur Sorge.
Unsere Lebensmittel und unser Trinkwasser sind mit Pestiziden verseucht. Bio-Lebensmittel könnten eine Lösung sein. Es gibt jedoch kein “Bio-Trinkwasser”, aber ein geeigneter Wasserfilter kann
dies schaffen.
 
 



 

 

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